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22.08.2019

Neue WHO Leitlinie zur Behandlung der Schlafkrankheit

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Kooperation mit dem Institut für Tropenmedizin

Eine neue orale Therapie der Schlafkrankheit ermöglicht eine erhebliche Vereinfachung der klinischen Praxis. Die neue Therapieleitlinie wurde unter Mitarbeit des Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit erstellt.

Die Schlafkrankheit oder Afrikanische Trypanosomiasis ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit, die im ländlichen Afrika südlich der Sahara auftritt. Ohne Behandlung führt die Erkrankung regelhaft zum Tod. Nach verheerenden Epidemien im 20. Jahrhundert führten intensive Kontrollmaßnahmen in den letzten 20 Jahren zu einer historisch niedrigen Zahl von 977 gemeldeten Fällen im Jahr 2018. Das Ziel, die Schlafkrankheit bis 2020 zu eliminieren, ist in Sicht. Eine Vereinfachung der Diagnostik und Therapie sind dabei wesentliche Elemente, um eine Eradikation der Schlafkrankheit zu erreichen. Die bisherige Standardtherapie für das Stadium II der westafrikanischen Form (NECT: nifurtimox-eflornithine combination therapy) erfordert jedoch eine stationäre Versorgung mit intensiver Krankenpflege und eine komplexe Logistik für den Transport der Medikamente.
Eine orale Therapie, Fexinidazol, wurde von DNDi (Drugs for Neglected Diseases Initiative), einer Non-Profit-Organisation, und seinen Partnern entwickelt. Die Entwicklung und Zulassung von Fexinidazol ist eine Meilenstein-Leistung von DNDi und Partnern und ein Erfolg für das Model der Non-Profit-Partnerschaften. Durch Fexinidazol wird die klinische Praxis erheblich erleichtert. Fexinidazol ist effektiv in beiden Krankheitsstadien. Eine Lumbalpunktion zur Stadieneinteilung kann dadurch in vielen Fällen vermieden werden. Durch die orale Applikation kann die Therapie wohnortnah, auch in abgelegenen und instabilen Regionen erfolgen. NECT ist jedoch weiterhin Erstlinientherapie für Patienten im weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
Eine neue Leitlinie der WHO zur Behandlung der westafrikanischen Schlafkrankheit wurde im August 2019 publiziert. Dr. Andreas Lindner vom Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit gehörte der Leitlinien-Entwicklungsgruppe an. Die Zusammenarbeit erfolgte mit Spezialisten aus der Demokratischen Republik Kongo (University Kinshasa, Ministry of Health) und Uganda (Ministry of Health), sowie dem Tropeninstitut in Lissabon, der Universität Glasgow, dem Institut de Recherche pour le Développement in Montpellier, dem Universitätskrankenhaus Genf, dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel und Vertretern des WHO Sekretariats aus Brazzaville, Kinshasa und Genf.

Links

https://www.who.int/trypanosomiasis_african/resources/9789241550567/en/

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